Unser Biodiversitätsdach ist endlich fertig – ein echtes Herzensprojekt! Nun ging es an die spannende Frage: Welche Pflanzen überstehen pralle Sonne, Trockenheit und nur 10 cm Substrat? In diesem Artikel erfährst du, welche Pflanzen wir ausgewählt haben und wie wir unser Biodiversitätsdach nach und nach in einen neuen Lebensraum für Insekten verwandelt haben. Außerdem zeigen wir dir, welche robusten Stauden wir gewählt haben, wie das Dach gestaltet wurde und warum sich ein Biodiversitätsdach auf jeden Fall lohnt.
Tipp: Wenn du selber dein eigenes Biodiversitätsdach anlegen willst, schau dir zunächst unseren Artikel „Extensive Dachbegrünung selbst gemacht“ an 😁.
Inhaltsverzeichnis

1. Warum ein Biodiversitätsdach bepflanzen?
Ein bepflanztes Dach ist weit mehr als nur ein schöner Anblick. Es verbessert das Mikroklima, bietet wertvollen Lebensraum für Insekten und erhöht die Biodiversität im Garten. Besonders in städtischen Gebieten können Gründächer dazu beitragen, dass sich Wildbienen, Schmetterlinge und andere Nützlinge wohlfühlen. Zudem hilft die Bepflanzung, Regenwasser besser zu speichern und reduziert die Hitzeentwicklung auf Gebäuden.
2. Die richtigen Pflanzen wählen: unsere Auswahl
Für die Dachbepflanzung kamen aufgrund der sonnenexponierten Lage nur extrem trockenheitsverträgliche Pflanzen infrage. Unser Projekt-Partner, die bayerische Gärtnerei Staudenspatz, hat uns fachmännisch beraten und speziell für unser Dach eine passende Pflanzauswahl zusammengestellt.
Über die Gärtnerei Staudenspatz:
Die Gärtnerei Staudenspatz ist eine Bioland-Gärtnerei in Oberbayern mit einem Sortiment von über 3000 Arten und Sorten winterharter Stauden. Neben heimischen Wildstauden findest du dort besondere Schattenstauden, Gräser, Farne und Kräuter – alles biologisch produziert, mit Regenwasser bewässert und in torffreier Erde herangezogen. Wenn du in der Region lebst, schau doch mal vorbei oder bestelle über den Online-Shop.

Das ist unsere Pflanzenauswahl im Detail:
Armeria maritima (Strand-Grasnelke)
Beschreibung
Die kompakte, polsterbildende Pflanze mit rosa Blütenköpfen liebt durchlässige, magere Böden und lockt zahlreiche Bestäuber an.

Pflanzeneigenschaften
Herkunft | in Mitteleuropa heimisch |
Blütezeit | V-VII |
Blütenfarbe | rosa |
Wuchshöhe | 10–20 cm |
Wuchsform | horstig |
Pflanzung | in Gruppen |
Wasserbedarf | trocken |
Lichtbedarf | Sonne |
Verwendung | Freifläche, Heide, Sandrasen |
Winterhärte | Sehr gut |
immergrün | ja |
giftig | nein |
Dianthus deltoides (Heide-Nelke)
Beschreibung
Mit ihren leuchtend pinken Blüten ist die Heide-Nelke nicht nur ein Hingucker, sondern auch eine wertvolle Nahrungsquelle für Schmetterlinge.

Pflanzeneigenschaften
Herkunft | in Mitteleuropa heimisch |
Blütezeit | VI-VIII |
Blütenfarbe | rosa |
Wuchshöhe | 10–20 cm |
Wuchsform | rasenartig |
Pflanzung | einzeln oder in kleinen Gruppen |
Wasserbedarf | trocken bis frisch |
Lichtbedarf | Sonne |
Verwendung | Freifläche, Steingarten, Heide |
Winterhärte | Sehr gut |
immergrün | ja |
giftig | nein |
Campanula rotundifolia (Rundblättrige Glockenblume)
Beschreibung
Zarte, blauviolette Blüten und eine Vorliebe für sonnige, trockene Standorte machen diese Glockenblume ideal fürs Biodiversitätsdach.

Pflanzeneigenschaften
Blütezeit | V-X |
Blütenfarbe | blauviolett |
Wuchshöhe | 10–30 cm |
Wuchsform | horstig, Selbstaussaat |
Pflanzung | einzeln oder in kleinen Gruppen |
Wasserbedarf | trocken |
Lichtbedarf | Sonne |
Verwendung | Freifläche, Steingarten |
Winterhärte | Sehr gut |
immergrün | nein |
giftig | nein |
Sedum album (Weißer Mauerpfeffer)
Beschreibung
Diese heimische Wildstaude bildet einen dichten, flach wachsenden Teppich aus kleinen, perlenartigen Blättern. Sie ist hitze- und trockenheitsresistent und gedeiht besonders gut auf durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Böden.

Pflanzeneigenschaften
Blütezeit | VI-VII |
Blütenfarbe | weiß |
Wuchshöhe | 5 cm |
Wuchsform | flacher Teppich |
Wasserbedarf | trocken |
Lichtbedarf | Sonne bis Halbschatten |
Verwendung | Freifläche, Steingarten |
Winterhärte | sehr gut |
immergrün | ja |
giftig | nein |
Sedum rupestre (Grüner Tripmadam)
Beschreibung
Diese heimische Variante von Sedum reflexum besticht durch ihr grünes Laub und ihre Anpassungsfähigkeit an nährstoffarme, trockene Standorte. Sie gedeiht sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten und eignet sich ideal für naturnahe Begrünungen.

Pflanzeneigenschaften
Herkunft | in Mitteleuropa heimisch |
Blütezeit | VI-VIII |
Blütenfarbe | gelb |
Wuchshöhe | 10–25 cm |
Wuchsform | horstig |
Pflanzung | in kleinen Gruppen |
Wasserbedarf | trocken |
Lichtbedarf | Sonne |
Verwendung | Freifläche, Steingarten, Mauern |
Winterhärte | Sehr gut |
immergrün | ja |
giftig | nein |
Thymus praecox (Frühblühender-Thymian Atropurpureum)
Beschreibung
Dieser kriechende Thymian sorgt nicht nur für duftende Flächen, sondern zieht auch viele Bienen an.

Pflanzeneigenschaften
Blütezeit | V-VII |
Blütenfarbe | violett |
Wuchshöhe | 5–10 cm |
Wuchsform | flacher Teppich |
Wasserbedarf | trocken |
Lichtbedarf | Sonne |
Verwendung | Steingarten, Kräutergarten |
Winterhärte | sehr gut |
immergrün | ja |
giftig | nein |
Dianthus carthusianorum (Karthäuser-Nelke)
Beschreibung
Die leuchtend rosa Blüten dieser Nelke machen sie zu einer der attraktivsten Pflanzen für trockenes Terrain.

Pflanzeneigenschaften
Blütezeit | VI-IX |
Blütenfarbe | karminrosa |
Wuchshöhe | 40 cm |
Wuchsform | horstig |
Wasserbedarf | trocken |
Lichtbedarf | Sonne |
Verwendung | Freifläche, Steingarten |
Winterhärte | sehr gut |
immergrün | ja |
giftig | nein |
Allium senescens ssp. montanum, Allium lusitanicum (Berg-Lauch)
Beschreibung
Seine kugelförmigen, violettfarbenen Blütenbälle locken Bienen an und sorgen für einen besonderen Akzent auf dem Dach.

Pflanzeneigenschaften
Herkunft | in Mitteleuropa heimisch |
Blütezeit | VI-VIII |
Blütenfarbe | rosa |
Wuchshöhe | 10–30 cm |
Wuchsform | horstig, Selbstaussaat |
Pflanzung | in kleinen Gruppen |
Wasserbedarf | trocken bis frisch |
Lichtbedarf | Sonne |
Verwendung | Freifläche, Steingarten |
Winterhärte | sehr gut |
wintergrün | ja |
giftig | nein |
Gypsophila repens (Polster-Schleierkraut)
Beschreibung
Diese zarte Staude bildet dichte Polster aus kleinen, weißen Blüten und ist ideal für sonnige, trockene Standorte.

Pflanzeneigenschaften
Blütezeit | VI-VIII |
Blütenfarbe | weiß |
Wuchshöhe | 15 cm |
Wuchsform | breite Polster |
Wasserbedarf | trocken |
Lichtbedarf | Sonne |
Verwendung | Beet, Steingarten |
Winterhärte | sehr gut |
immergrün | ja |
giftig | nein |
Helianthemum nummularium (Gewöhnliches Sonnenröschen)
Beschreibung
Mit leuchtenden gelben Blüten und einer langen Blühtezeit ist das Sonnenröschen ein echter Sommerstar.

Herkunft | in Mitteleuropa heimisch |
Blütezeit | VI-X |
Blütenfarbe | gelb |
Wuchshöhe | 10–30 cm |
Wuchsform | horstig, verholzend |
Pflanzung | einzeln oder in kleinen Gruppen |
Wasserbedarf | trocken |
Lichtbedarf | Sonne |
Verwendung | Freifläche, Steingarten, Mauern |
Winterhärte | Sehr gut |
immergrün | ja |
giftig | nein |
3. Totholz als natürliches Gestaltungselement

Um unser Dach noch lebendiger zu gestalten, haben wir bewusst Totholz integriert. Es dient nicht nur als Struktur-Element, sondern bietet auch Lebensraum für Wildbienen, Käfer und Moose (wobei es für letzteres zu sonnig ist 😎). Wir haben dafür Holz von Laubbäumen verwendet, da es weniger Harz enthält als Nadelholz und deshalb schneller von Insekten, Pilzen und Flechten besiedelt wird. Zudem zersetzt sich Laubholz leichter, wodurch natürliche Risse und Hohlräume entstehen – ideale Nistplätze für Wildbienen und andere Kleinlebewesen. So wird das Totholz auf unserem Dach ganz nebenbei zur kleinen Arche für mehr Artenvielfalt.
Übrigens: Das Totholz ist im Rahmen von Rückschnittarbeiten bei uns in der Stadt angefallen. Wir konnten es kostenfrei einsammeln, um es für dieses Projekt zu verwenden (klärt das aber unbedingt vorher ab!)


4. Pflege und Entwicklung des Biodiversitätsdaches
Da unser Gründach sehr wenig Substrat hat, müssen wir besonders auf die Trockenheitsresistenz der Pflanzen achten. Eine ausführliche Bewässerung ist nur in der Anfangsphase notwendig. Danach sollen die Stauden mit den vorhandenen Bedingungen zurechtkommen.
5. Fazit: Ein lebendiges Dach für mehr Artenvielfalt
Die richtige Pflanzenauswahl und eine durchdachte Gestaltung machen ein Biodiversitätsdach zu einem echten Gewinn für die Natur. Wir sind gespannt, wie sich unser Dach in den kommenden Jahren entwickelt und freuen uns über jeden neuen Besucher mit Flügeln!
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