XXL Kratzbaum für Katzen mit Baumstämmen: Ikea Upcycling Anleitung

Du kennst das sicherlich: Große Kratzbäume kosten im Tierfachhandel gerne mal um die 200 €. Das sind dann in der Regel Kratzbäume aus Pressspanplatten, die mit flauschigem Stoff überzogen sind. Optisch sind sie anfangs noch ganz schick, die Katzen setzen dem Kratzbaum aber schnell zu und es ist dahin mit der Optik 😅.

Genau so einen Kratzbaum haben wir (Bild weiter unten im Artikel), und der wird jetzt ausgetauscht! Wichtig war uns eine naturnahe Optik und dabei möglichst wenig neu zu kaufen, sondern mit dem zu arbeiten, was schon da ist. Natürlich muss der Kratzbaum auch stabil und massiv sein, damit die Katzen toben, klettern und chillen können.

Spoiler 👉 Wir haben 0 € bezahlt 🥳

Aus alten Ikea Einlageböden und ein paar kräftigen Baumstämmen aus dem Garten haben wir ein echtes Katzen-Highlight für unser Wohnzimmer gebaut.

👉 Du willst das auch bauen? Hier kommt unsere Anleitung zum Nachbauen!

Inhaltsverzeichnis

Eine Katze klettert auf einem Kratzbaum mit Etagen.
So sieht unser DIY XXL-Kratzbaum aus.

1. Warum ein DIY-Kratzbaum?

Klar, Kratzbäume gibt’s im Handel wie Sand am Meer. Aber die meisten sind aus Pressspan, mit Polyester-Teppich bezogen – und irgendwie weder schön noch nachhaltig. Wir wollten einen Kratzbaum, der…

  • langlebig ist
  • natürlich aussieht
  • perfekt ins Wohnzimmer passt
  • und vor allem: unseren Katzen richtig Spaß macht 🐈 🐈‍⬛

2. Das brauchst du für dein Projekt

  • massive Baumstämme (ca. 8–12 cm Durchmesser, gerne mit Astansätzen)
  • 7 IkeaEinlageböden (wir haben die aus einem alten IVAR-Regal genommen) oder alte Tischplatten bzw. sonstige Holzplatten
  • Schrauben & Winkel zur Befestigung
  • Akkuschrauber
  • Schraubzwingen
  • Stichsäge (für die Form der Plattformen)
  • Schleifpapier (am besten Schwingschleifer)
  • Holzleim
  • Pappkarton
  • Optional: Holzdübel und Dübelfräse (wenn du Ikea Bretter verwendest oder sonstige Bretter verbinden musst)
  • Optional: Sisalseil, Filz, alte Teppichreste zum Auslegen

3. Vorbereitung: Baumstämme und Ikea-Platten

Die Baumstämme haben wir aus dem Garten von den Schwiegereltern – schön krumm, mit Charakter. Wichtig: Gut durchtrocknen lassen, sonst arbeitet das Holz noch. Die Rinde haben wir dran gelassen, weil es natürlicher aussieht. Moos und Flechten haben wir mit einer Stahlbürste entfernt, da diese spätestens die Katzen entfernt hätten, das hätte ein ziemliches Chaos gegeben.

Bei den Ikea-Platten haben wir die Metallprofile an den Seiten mit einem Schraubenzieher herausgehebelt, damit wir später nicht aus Versehen hinein sägen.

4. So haben wir den Kratzbaum gebaut – Schritt für Schritt

4.1 Holzplatte für die Standfläche / Bodenplatte vorbereiten

Die unterste Holzplatte bildet die Basis und muss daher besonders stabil gebaut werden. Hier werden später die ersten Baumstämme senkrecht angeschraubt.

Problem: Unsere Ikea-Bretter waren mit 1,8 cm nicht stark genug und mit 30 cm Breite zu schmal (Länge hat gepasst).

Lösung: Wir haben für die Bodenplatten insgesamt 4 Bretter verwendet und diese aufgedoppelt und an der Längsseite miteinander verbunden.

Dazu gehst du wie folgt vor:

Lege ein Brett auf deine Arbeitsfläche und streiche es großzügig und flächig mit Holzleim ein. Dann lege ein zweites Brett bündig oben auf. Damit der Leim später gut hält, musst du die Bretter mindestens 15 Minuten zusammenpressen. Das kannst du mit großen Zwingen machen oder mit Schrauben. Wir haben uns für Schrauben entschieden, da man die Unterseite später eh nicht mehr sieht. Verwende dazu einfach Schrauben, die von der Länge bis in die zweite Holzplatte ragen, und schraube die Bretter an mehreren Stellen fest, damit sich die Platten zusammenziehen (die Schrauben kannst du drinnen lassen oder später wieder entfernen).

Das Gleiche machst du jetzt mit den anderen beiden Brettern.

Bretter verbinden:

Jetzt hast du zwei dicke Bretter, die du noch an der Längsseite verbinden musst, damit eine größere Fläche entsteht. Dafür ist eine Dübelfräse optimal. Alternativ kannst du die Bretter auch auf der Unterseite mit Metallplatten aus dem Baumarkt verbinden (wird aber weniger stabil).

Das Verbinden mit den Dübeln funktioniert wie folgt:

Die beiden großen Bretter werden bündig mit den Längsseiten aneinander geschoben. Mit einem Bleistift markierst du jetzt an der Stoßkante, wo du einen Dübel setzen willst.

Danach stellst du die Dübelfräse auf die richtige Tiefe ein und fräst an den markierten Stellen die Löcher (auf das Einstellen der Fräse gehe ich nicht im Detail ein, da dies je nach Hersteller sehr unterschiedlich ist).

Jetzt kommt wieder Leim auf die Kanten und in die Dübellöcher. Dann werden die Dübel auf einer Seite herein gesteckt und die Bretter werden zusammengeschoben. Wichtig: Jetzt braucht ihr lange Schraubzwingen, damit ihr die Bretter kräftig aneinander drücken könnt, sonst halten sie später nicht.

Bretter werden mit Dübeln verbunden.
Die Bretter werden mit Holzdübeln verbunden.

👉 Fertig ist die Bodenplatte. Im Prinzip recht einfach, sofern ihr die richtigen Werkzeuge habt. Noch einfacher ist es natürlich, wenn ihr eine Platte habt, die bereits dick und groß genug ist. Schaut z. B. auch mal beim Sperrmüll vorbei, da gibt es häufig kostenfrei Massivholz-Tischplatten.

4.2 Bodenplatten-Form sägen und Kanten abrunden:

Die Bodenplatte ist jetzt rechteckig und muss in eine natürliche Form gebracht werden. Positioniert jetzt die Baumstämme (dazu müsst ihr mindestens zu zweit sein) auf der Bodenplatte, so wie sie euch gefallen, und zeichnet auf der Bodenplatte eine geschwungene Form. Achtet darauf, möglichst viel Fläche der Bodenplatte auszunutzen, damit der Stand später stabil ist.

Nehmt euch jetzt eine Stichsäge zur Hand und schneidet die Form aus. Um die Kanten abzurunden, kannst du jetzt eine Raspel und Feile verwenden oder mit einem Schwingschleifer grob alles entgraten und abrunden. Da ein natürlicher, etwas rustikaler Look das Ziel ist, darf das alles recht grob sein!

Bodenplatte aus Holz in Form geschnitten.
Bodenplatte nach dem Sägen. Die Kanten müssen noch abgerundet werden.
Zwei Baumstämme stehen in Werkstatt auf dem Boden.
Positioniere die Baumstämme grob, so wie du sie später haben möchtest.

4.3 Baumstämme mit Bodenplatte verschrauben

Jetzt kommen die Baumstämme zum Einsatz. Im vorherigen Schritt hast du die Stämme bereits grob positioniert, jetzt musst du die Unterseite der Stämme nur noch mit einer Handsäge oder Kappsäge sauber abschneiden, damit der Stamm bündig auf der Bodenplatte aufliegt. Das machst du jetzt mit allen drei Stämmen.

Stelle die Bodenplatte jetzt auf einen Hocker oder Tisch und lasse eine Seite überstehen (damit du von unter an die Platte kommst). Jetzt muss eine zweite Person die Baumstämme jeweils auf der Oberseite stellen, damit du sie von unten festschrauben kannst. Verwende dazu Schrauben, die mindestens 4 cm länger sind als die Bodenplatte stark. Wichtig ist auch, dass du mit einem Holzbohrer die Bodenplatte vorbohrst, damit diese nicht springt. Wir haben jeden Baumstamm mit drei Schrauben befestigt.

👉 Jetzt hast du eine Bodenplatte mit drei verschieden langen Baumstämmen (auf den Bildern sind nur zwei, der dritte wurde direkt im Wohnzimmer angeschraubt). Die Stämme sollten von alleine stehen und nicht umkippen, dann hast du alles richtig gemacht 😅.

4.4 Etagen hinzufügen

Wir haben uns für zwei Etagen entschieden, die Anzahl ist aber völlig flexibel. Wie bei der Bodenplatte haben wir wieder zwei Ikea-Bretter längs miteinander verbunden (diesmal haben wir die Bretter nicht aufgedoppelt, die normale Stärke von knapp 2 cm reicht), damit wir genug Fläche erhalten.

Mit einem Stift haben wir uns die Höhe markiert, auf die wir die erste Etage platzieren. Jetzt brauchst du einen großen Pappkarton, damit du dir eine Schablone basteln kannst. Den Karton schneidest du jetzt so zurecht, dass er sich gut als Etage in die Stämme einfügt (siehe Bilder). Deine Schablone legst du jetzt auf die Holzplatte und zeichnest sie nach. Mit der Stichsäge schneidest du alles aus und schleifst wie bei der Bodenplatte die Kanten rund. Das Gleiche machst du jetzt für jede Etage.

Schablone aus Kartonage für die Vorlage der Etage eines Kratzbaumes.
Die Schablone benötigst du, um später das Etagen-Brett zurecht zu sägen.

Die einzelnen Etagen legst du dann ähnlich wie „Einlagebretter“ einfach in die Stammstruktur (normalerweise halten sie dann schon von selbst, da sie ja bereits auf den Stämmen irgendwo aufliegen). Jetzt nimmst du eine Wasserwaage und hältst die Bretter jeweils so, dass sie in Waage sind. Schraube dann kleine Holzstücke mit etwas Leim so an die Baumstämme, dass sie die Unterseite der Etage berühren und stützen. Details siehe Bilder.

5. Unsere Tipps für Stabilität und Sicherheit

  • Lange Schrauben und ggf. Holzdübel verwenden
  • Baumstämme mit der Kappsäge gerade abschneiden – sonst wird’s schief
  • Die Basisplatte extra breit machen – unser Kratzbaum ist 80 cm im Durchmesser
  • Wer auf Nummer sicher gehen will: an der Wand zusätzlich fixieren

6. Das Ergebnis – und was unsere Katzen dazu sagen

Unsere beiden Katzen, Tommy und Mia, haben den Kratzbaum sofort angenommen. Sie klettern, schärfen ihre Krallen, dösen auf der obersten Plattform – und wir freuen uns jedes Mal über dieses Naturmöbel mitten im Wohnzimmer.

Und: Das Teil ist ein echter Hingucker. Jedes Stück Holz ist individuell – und du weißt genau, was du gebaut hast. Ein Projekt, das sich auf vielen „Ebenen“ lohnt. Gutes Wortspiel, oder 🤣?

7. Fazit: Lohnt sich der Aufwand?

Ja, absolut!
Ein XXL-Kratzbaum aus echten Baumstämmen ist nicht nur nachhaltiger als die meisten Kaufmodelle – er macht auch richtig Spaß beim Bauen. Und das Beste: Du kannst ihn genau so gestalten, wie es zu deiner Wohnung (und deinen Katzen) passt.

Wenn du Lust hast, deinen eigenen Kratzbaum zu bauen, hoffen wir, dass dir unsere Anleitung hilft. Markiere uns gerne auf Instagram, wenn du dein Werk teilst – wir sind gespannt!

👉 @biogartenliving

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